Donnerstag, 17. August 2017

.....Gefühle, die sich jetzt - hier zu Hause - nicht unterdrücken lassen.

Eine Woche ist vergangen - eine Woche in der jeder Tag damit begann, mit den gewohnten Rituale wie  die Treppe nach unten zu gehen und dabei aufmunternd und mit leichter Singstimme Aiko `s Namen auszusprechen....hallo Aiko - guten Morgen - alte Schnuffelnase - jetzt aber raus alte Schlafmütze ....... Aiko zu begrüßen. 
Oft meldete er sich schon vorher und knötterte leise aber vernehmbar - vor sich hin.
Danach - quasi gemeinsam die  Haustüre öffnen und einen Blick  in den Minigarten zu werfen - dem Vogelgezwitscher draussen eine Weile zuzuhören -  dann bis an Nachbars Gartenzaun zu schlurfen (gerade die letzten Wochen) und eine kleine Schnüffelrunde zu drehen..... dabei  ganz dicht  aneinander zu stehen um irgendwie so jeden Morgen den Tag auf uns zukommen zu lassen. Je nach angekündigter Tagestemperatur - zumal wenn es knallheiße Tage werden sollten, dann ging es bereits um 5:30 Uhr gemeinsam mit dem Auto los. Entweder an den Rhein - drei Kilometer mit dem Auto und danach - nichts wie raus und Schnüffeln wie ein junger Hund - eigene Düfte hinterlassen um nach eigener Kraft und Tagesform dann meistens sogar spontan sich um die eigene Achse zu drehen, umzukehren um wieder ins Auto  und zurück nach Hause zu fahren.  
Doch sehr oft - ich denke überwiegend an solchen Tagen - ging es dann erst  in den nahegelegenen Reuschenberger Wald, wo die Ruhe und die Temperaturen erträglich waren und Aiko sozusagen seine Lieblingsstrecke alleine hätte gehen können, wenn nicht - tja - wenn nicht das "Zweibein" als Dauerbegleiter hinterher laufen würde. 
Nun sind die Tage und ihre Morgen anders - völlig anders.

 Es stimmt, dass ich mich direkt davor fürchte bzw. mir schwer um Herz wird, wenn ich an die vielen - unzähligen Aufenthalte an der geliebten Nordsee in Nordholland denke, diese schöne Gegend mit den kilometerlangen Sandstränden, den unglaublich weiten Dünen und der herrlich sauberen Luft. Sonnenuntergänge, die sich kaum beschreiben - und auch in den vielen laienhaften Bildern nur annähernd dokumentieren lassen.....wie wird er fehlen - wie leer sind dann der Garten und das  Häuschen ohne Aiko?
Das Meer aber rauscht weiter - immer weiter und der Horizont verändert sich jeden Tag auf´s Neue. Doch - ich denke und so ist das Leben wohl auch für mich geplant, dass vielleicht gerade dort sich die Erinnerungen an die geliebte Monsterbacke traurig und gleichzeitig sehnsuchtsvoll vertiefen  - 

bis ich tatsächlich dann eines Tages  wirklich loslassen kann.

Sie sind sehr stark, die Gefühle, die sich jetzt - hier zu Hause  - nicht unterdrücken lassen und beim Betrachten der Bilder - habe sie zum Teil alle schon mal gepostet - kommen mir die Tränen......dort am Meer - wird auch etwas von Aiko dem Kreislauf des Lebens übergeben.




















Sonntag, 13. August 2017

Aiko - die Monsterbacke - geliebt und für immer unvergessen

Keine Frage - es tut so weh - und was würde nicht nur ich - seine Tippse  - jetzt dafür geben,  wenn doch noch wenigstens ein  weiteres halbes Jahr,  oder vielleicht sogar noch ein paar Monate mehr gemeinsames Leben mit diesem unglaublich sanften Riesenhovi - dieser  geliebten Monsterbacke  - möglich gewesen wären.

Im Herbst letzten Jahres -  besonders vom  Beginn diesen Jahres an, wurde es immer deutlicher und spürbarer, dass Aiko nicht nur an Jahren in Menschenaltern gerechnet - ebenfalls ein alter Herr geworden war - nein auch bei den regelmäßigen Kontrollen und Untersuchungen in der  Klinik am Bökelberg in Mönchengladbach ergaben  dann auch die Herzultraschalluntersuchungen eindeutige Ergebnisse für die -  spürbare  - deutlich verstärkte Pulstätigkeit - auch schon nach kurzen Spaziergängen oder nach kurzem Spiel. 
Ab da stand er unter Herzmedikamenten, die ich ihm nun täglich dreimal verabreichte.....mal unters Futter und je nach Laune auch mal in einem Extraleckerchen versteckt. 
Wobei Leberkekse und Leberwurst Aiko immer "überzeugten" hastig und mit Freude die notwendigen Pillen dabei mit zu verschlingen........ 



Auf seine Nase war Verlass - zum eigenen Vergnügen verlief  u.a. die Fährtenarbeit immer wieder mit seinen  - auch in die Jahre gekommenen Hundekumpels  in der ganz besonderen Hundegruppe mit dem verehrten und erfahrenen Trainer, dem er als junger Rüpel vorgestellt wurde und der ihm  - Aiko - gegenüber stets konsequent - aber liebevoll begegnete und soviel Gutes aus langjähriger Erfahrung  vermitteln konnte.  
Fast jede Woche - mit sichtbarem zufriedenen Gesichtsausdruck kam er nach Hause zurück und egal, wie das Wetter war - ob pudelnass oder abgekämpft - ob Sommer oder Winter - draussen zu sein - im Grünen zu liegen - Wasser unter den Pfoten zu spüren,  im Schnee oder auf frostigem Gras abzudampfen - Aiko war zufrieden und sein Rudel glücklich......10 Jahre lang. 

Fährtenarbeit oder lange Spaziergänge - sportliche Hindernisse auf dem Hundeplatz - alles war ihm vertraut - alles von ihm sozusagen mitgetragen und das auch  meist mit großem Interesse - aber  dann auch wieder völlig gelangweilt -  besonders wenn irgendwo ein Grashälmchen nach besonders duftenden Mädels schnupperte,  die vor Stunden dort vielleicht im Gelände ausgeführt wurden. Kopf und - Nasenarbeit das war seine Passion - Suchen und das eigentlich fast bis zuletzt war immer Spass und immer auch eine Beschäftigung, auf die er wartete und schon an meinen Bewegungen erkannte, wann es damit los ging. 
Spielen - Bällchen fangen  - Stöckchen werfen lassen oder gar  apportieren von irgendeinem Spielzeug - nichts da - kein Interesse - aber wirklich nicht die Bohne.....
aber seinen Plüschkumpelaugenlos und seinen Schnuffel, die lagen oft neben ihm und die holte er auf seinen Schlafplatz, denen schenkte er Beachtung. Verrückt habe ich oft im Garten den Handfeger suchen müssen, er sah ihn wohl immer als eine Art Feind im Revier an und - einem alten Gartenhandschuh rannte er sofort, wenn ich ihn wegwarf hinterher und glaubt mir, es haben einige dabei "ihre" Finger verloren......hergeben - wozu ?

Aiko macht sich Gedanken - warum um Himmels Willen machte er sich davon so viele und nicht nur die spassigen - nein auch über Dinge und Ereignisse über Menschen und ihr Handeln.
Nur  - war er dazu fähig oder war die Tippse, die, die ihn einfach vorschickte um sich dann hinter seinem herrlichen und sturen Hovikopf zu verstecken? 
Habe ihn so oft gefragt - so von Auge in Auge und habe ihm viele Dinge in seine Hängeohren geflüstert und dann neigte er seinen Kopf - diese einmalige Geste, die jeden Zweibeiner in seiner Nähe sofort in eine Art  Hundeliebhabenhypnoseblick beförderte - um dann  zu immer sich wiederholenden - ach wie süß - nein schau mal........Äusserungen hinreissen zu lassen. 

  Aiko war ein ganz besonderer und auffallend schöner Hovawart mit einer sich im Laufe der Jahre verändernden Fellfärbung, die ihn nach meiner Auffassung immer mehr wie einen gemütlichen Bären aussehen liess - in meiner Erinnerung bleibt  er sowieso ein großer Kuschelbär. 

  Sein Gang war ungewöhnlich edel und es gab immer wieder - bis in sein hohes Alter so viele Komplimente.  Von seinem angenehmen und absolut treuem  Charakter gar nicht zu reden.  Er lag immer da - jedenfalls überwiegend - wo sich sein Rudel aufhielt und  er dabei aber möglichst auf hartem Boden, denn dort fühlte er sich am wohlsten.  Mit zunehmendem Alter gab es ein komfortables Hundebett - auch dem versuchte er auszuweichen.  "Herr Hund Aiko möge sich doch dort niederlassen - den leckersten Knochen dort bitte gemütlich und bequem kauen" - das wurde einfach ganz   lässig überhört bzw. einfach nicht befolgt - Aiko stand  nach einer Weile auf und liess sich mit einem Wohllaut wieder zufrieden  auf den Fliesen nieder. 

Im Wald - auf einsamen Wegen -  über die Höhe im alten Revier - am Rhein bei langen Spaziergängen,   bei Strandwanderungen an der geliebten Nordsee in Holland  - in Begleitung eines solch tollen Hundes fühlte ich mich sicher - fühlte seine beständige Aufmerksamkeit, seine Wachsamkeit - herrliche Bilder vor meinen Augen - sein Rudel hat es immer genossen und so viele Begegnungen bleiben im Kopf.

Aber vor allem auch  seine "Wiedersehens-Freude jedes Mal - jeden Tag und auch am  Abend, wenn ich in den Hof kam, oder die Haustüre aufschloss oder er nur ein ihm bekanntes Autogeräusch wahrnahm. Er jaulte auf und je älter er wurde desto mehr.....selbst die Nachbarn werden das jetzt vermissen. Er war auch im neuen Revier - im Minigarten oder auf der Terrasse dösend liegend -  bei allen großen und kleinen Menschen -  auch wegen seiner tiefen - ganz eigenen starken Bassstimme bekannt - respektiert aber nie gefürchtet. 
Einige seiner liebsten Hundekumpels sind vor ihm schon über die Regenbogenbrücke gegangen - so Luna - die Krawallmaus, Arco der Hund des Trainers, Daphne  - seine heißverehrte schwarze Hovifreundin nur als Beispiel - oder Aragon, der schon so früh gehen musste........und andere mehr.

Dank seines Charmes - dank dieser sich sooft wiederholenden Aikokopfneigeoffensive gelang es Aiko  jeden in seiner Nähe um "den berühmten Finger" zu wickeln. 
Auch das  sind genau solche Bilder, die sich eingebrannt haben und somit wird Aiko - die Monsterbacke geliebt und für immer unvergessen bleiben. 

Aiko: 15.11.2005 - 08.08.2017





















Ruhig und die Neugierde blitzt in ihren Augen.

Beides wird Euch wundern - Malu auch - sie hört sehr schön auf ihren Namen und hat sich enorm rasch eingewöhnt und läuft im Haus wie selb...