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Aquileo | cake
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  • Ich widerspreche dir nicht wirklich bei den deinen Argumenten. Wie gesagt - ich hab absolut nichts dagegen, wenn man das Suchtpotential von Social Media verringern würde. Ich glaube trotzdem nicht, dass es dazu kommt.

    Ja, bei den von mir gebrachten Analogien (Glücksspiel, Alkohol, Zucker usw.) gibt es Regulierungen aber dort wurde nirgendwo der Suchteffekt selbst eingeschränkt, sondern allenfalls der Zugang (Minderjährige, staatliche Lizenzen) oder es wurden (aus meiner Sicht eher halbherzig) Präventionsmaßnahmen (Schockbilder, Aufklärung, Nutriscore) eingeführt.

    Ein Verbot von Endlosscrolling oder eine verpflichtende Beschränkung der Bildschirmzeit würde mich persönlich extrem überraschen. Zumal es auch extrem schwierig wäre die verbotenen Algorithmen präzise zu spezifizieren. Würde dann vermutlich von den Plattformen minimal angepasst und dann durch etwas ähnliches mit gleichem Suchtpotential ersetzt.

    Dieses Hamsterrad sehen wir ja auch bei den Legal Highs. Da wird eine Substanz dann eben chemisch minimal verändert, um dem Verbot zu entgehen. Und ich würde sagen, dass die Industrie und politische Macht hinter den Social Media Plattformen wesentlich größer ist als bei den Drogenlaboren dieser Welt.

    Dein Argument mit Blei und Asbest müsstest du bitte nochmal erläutern. Da verstehe ich den Bezug zu Sucht ehrlich gesagt nicht.









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    3 days ago

    Genausowenig kann man die Gesinnung aus gefestigten Nazis rausargumentieren.

    Da gebe ich dir recht. Man wird niemals alle erreichen, ABER…

    • Wer gefestigt ist und wer vielleicht wackelt kann man von Außen nicht unbedingt beurteilen. Schon vor Jahrzehnten gab es Aussteiger, die trotz extremer Gesinnung und teils auch Taten nochmal die Kurve gekriegt haben. Siehe zum Beispiel https://www.exit-deutschland.de/
    • Kenne ich keine Quelle oder Studie, die belegt, dass man Menschen durch Gewaltandrohung so effektiv einschüchtern kann, dass sie, wie du sagst, “in der Öffentlichkeit die Fresse halten”. Selbst wenn das vielleicht in Einzelfällen gelingt, hast du dann zwei neu aufgestachelte neue.
    • Aus meiner Sicht ist jeder einzelne AfD-Wähler problematisch, aber nur ein kleiner Teil besagte gefestigte Nazis. Auch die “loseren” Anhängern identifizieren sich aber aktuell stärker mit den wirklich rechten Nazis als mit Antifa und Co. Wenn jetzt Fraktion richtig links den politischen Gegnern der Fraktion richtig rechts aufs Maul haut, dann zementiert sich links immer weiter als Feindbild und das eigene Lager als ungerecht behandelt, unterdrückt usw. (“man wird ja wohl noch seine Meinung sagen dürfen”)
    • Außerhalb der politischen Ränder wird Gewalt in der Gesellschaft als Protestform weitgehend abgelehnt. Auch in der gemäßigten linksgeneigten. Wenn die neutralen Leute linke Aktivisten mit Gewalt assoziieren, dann ziehen manche daraus den Schluss, dass am von AfD, CDU, Trump, Verfassungsschutz etc. gezeichneten Bild vielleicht doch etwas wahres dran sein muss.
    • Legitimiert Gewalt in gewisser Weise auch die Gewalt der Gegenseite. Wenn morgen jemand aus der Linien linken Szene blutend im Rinnstein liegt, kann man das dann schön als “beide Seiten hauen sich gegenseitig die Köpfe ein”, “Hufeisen”, “die aber auch” framen.

    PS: Ich beziehe mich mit meiner Meinung primär auf Gewalt gegen Personen. Gewalt gegen Dinge sehe ich grundsätzlich auch kritisch, aber insgesamt etwas differenzierter.





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    ·
    3 days ago

    Und meinst du, du haust einem AfD Wähler auf die Fresse und der denkt sich dann: “Ach scheiße. Dann wähl ich nächste BTW wohl lieber was anderes.” Bestimmt nicht. Der denkt sich: “Scheiß Linke jetzt wähl ich erst recht AfD!”.

    Sehe ich ähnlich wie du. Unabhängig davon, ob man Gewalt gegen Rechtsextreme moralisch legitimiert oder geboten sieht, finde ich es einfach nicht zielführend.

    Man kann die Gesinnung nicht aus Leuten rausprügeln. Im Gegenteil fürchte ich eher, dass man… a) die Leute in ihrer Gesinnung weiter festigt, da sie - selbst wenn ein umdenken einsetzen würde - keine Exit-Perspektive haben b) den Geprügelten noch damit hilft, ihr Opfer-Narrativ weiter auszubauen und damit dann c) weitere Leute in deren Arme treibt (“die hamn den armen Helmut verkloppt bloß weil der XY gemacht/gesagt/gewählt hat”)

    @ Die Leute, die hier runterwählen: Mal angenommen, morgen abend lauert euch ein Trupp Faschos auf dem Nachhauseweg auf und schlägt euch wegen eurer “linken Hetze” auf Lemmy zusammen. Glaubt ihr, dass das wiederum deren Zielen zugutekäme? Ich habe gewisse Zweifel, dass ihr danach weniger links wärt, die entsprechenden Aussagen auf Lemmy stoppen würden, ihnen der Anschlag positive Presse einbringt oder sie dadurch neue Anhänger finden würden.



  • Starke Recherche. Hoffen wir, dass Lilith ohne ernsthafte persönliche Konsequenzen aus der Sache rauskommt und die Rechercheergebnisse auch tatsächlich genutzt werden, um den Institutionen und Unternehmen an den Kragen zu gehen.

    Persönlich finde ich die Flut von Glücksspiel in Deutschland eine absolute Seuche, die unserer Gesellschaft auch dann massiven Schaden zufügt, wenn alle Steuern bezahlt und Auflagen eingehalten werden würden.

    Zur Sache mit heise entbehrt es nicht einer gewissen Ironie, dass eine der letzten Aspekte im Interview dieser ist…

    Nur leider sind die meisten Redaktionen in Deutschland absolute Schisser — auch was ursprünglich von der Lex-Wallraff gedeckte Undercover-Recherchen angeht. Deswegen haben wir hier ja im Vergleich zu anderen Ländern auch gar nicht mal so viele Undercover-Recherchen.

    … gefolgt von Liliths Nachwort…

    Die heise Redaktion hatte neben dem etwa eine Woche vor Veröffentlichung beantworteten Interview bereits Wochen vorher exklusiven Zugang zu der kompletten Recherche, allen Quellen, Konfrontationen und Berechnungen. Sie durfte auch Einblick in die Verfahrensakte nehmen. Es gab also eigentlich keine Überraschungen für die Redaktion. Dennoch entschieden sich Chefredakteur und Justiziar gemeinsam äußerst kurzfristig dazu, das Interview nicht zu veröffentlichen. So kurzfristig, dass kein neuer Partner für diese Aufgabe gesucht werden konnte.